Herren 1 Phönix

Wie Phönix aus der Asche stieg die TSG Eintracht am Samstag im Heimspiel gegen Wiesloch. Die beiden jüngsten Niederlagen gegen Neuenheim und Oftersheim hatten ein bedrohliches Tabellenszenario geschaffen, welches nun mit dem sensationell hohen 9:2 Erfolg zunächst einmal ad acta gelegt werden kann.

RR_Wiesloch

Wie Phönix aus der Asche stieg auch Kapitän Kolb, der Langzeitverletzte lieferte das grandioseste Comeback seit Tina Turner. Dass er mit Weick im Doppel einen Punkt beisteuerte, der zur zwischenzeitlichen 2:1 Führung führte, war keine große Sache. Dass er anschließend den hochdotierten Spitzenspieler Weis in vier Sätzen schlug, sein Team damit mit 4:1 in Führung brachte und Wiesloch so einen kapitalen Wirkungstreffer versetzte, von dem sich die Wieslocher Truppe nie mehr erholte, hätte niemand in der Halle für möglich gehalten. Schnell fand er die schwachen Punkte von Weis heraus, spielte sie kontinuierlich an, nahm möglichst viel Tempo aus dem Spiel und hielt Weis damit von seinem automatisierten Angriff ab. Die weiche Rückhand Kolbs war die Waffe, gegen die Weis nie ein Gegenmittel fand.

Markus perfektionierte seien Auftritt im zweiten Einzel gegen M. Rinhofer, spielte taktisch ähnlich wie gegen Weis, holte im fünften Satz einen 6:10 Rückstand auf und unterstrich so seine mentalen Fähigkeiten. Passenderweise blieb es ihm vorbehalten, den letzten Punkt der Partie zu spielen und den Sieg festzumachen.

Auch Weick bewies seine Klasse. Nach zähem Beginn gegen Rinhofer, eignete er sich die Kontrolle über das Spielgeschehen schrittweise an. Diese Entwicklung kann direkt auf dem Spielberichtsbogen nachgelesen werden (8:11, 12:10, 11:5, 11:2).

Und auch in der zweiten Runde schaffte Charly den Viersatzsieg gegen den Hochkaräter Weis. Er feilte nicht an einer speziellen Taktik sondern schaltete einfach einen Gang höher, passte seine Fähigkeiten denen von Weis an, was ein deutlich sehenswerteres Spiel erzeugte, Charly spielte nach Gefühl, bewegte sich entschlossen, antizipierte früh und stets korrekt, so blieb auch er unbesiegt.

Braunbart schlug Campenhausen wie schon in der Vorrunde in fünf Sätzen. In schwachen Phasen besann er sich auf sicheres Spiel und baute langsam auf, bis auch komplexe Schläge und Kombinationen wieder funktionierten. Mit dieser bedachten Spielweise brachte er uns mit 5:2 in Front und schlug einen Wieslocher Versuch, eine Aufholjagd zu starten, erfolgreich zurück.

Ja, es ist wahr, dass Wiesloch nicht in Bestbesetzung antreten konnte. H. Rinhofer und Cadoni fehlten, sie wurden durch Petitjean und Lippok ersetzt. Die ersten drei Akteure Wieslochs waren jedoch anwesend und keiner dieser drei konnte ein Einzel gewinnen (wie oben beschrieben). Dies legt nahe, dass auch ein Sieg gegen eine komplette Wieslocher Mannschaft möglich gewesen wäre.

Von Hein hatte Schäfer zunächst im Griff, ging schnell und unspektakulär mit 2:0 in Führung. Vielleicht ging es zu leicht, denn als Schäfer stärker wurde, seine gewöhnungsbedürftige Rückhand mehr und mehr einsetzte, und Rüdigers Aufschläge unter Kontrolle bekam, spielte Rüdiger zwar auf gleichem Niveau mit, hatte aber in jedem Satz knapp das Nachsehen. Dies war allerdings die einzige Einzelniederlage, die die TSG Eintacht schlucken musste.

Schneider rang Lippok in vier Durchgängen nieder. Es war eine Partie, für die ich keinen typischen Ballwechsel beschreiben kann. Beide agierten, wie es ihnen gerade am Besten zu sein schien. Wieder setzte sich Thomas durch, er wartet in unserer Mannschaft mit der besten Bilanz auf.

Köster schlug den unbequemen Petitjean in nur drei Sätzen. Da Petitjean nicht sehr offensiv spielte, schaltete sich Andreas öfter in den Angriff ein. Diese Arbeit war erfolgreich, bis sich der Wieslocher doch dazu entschloss, aktiver zu werden. Das Match entfaltete einen neue Dynamik, dennoch setzte sich Andreas verdient durch.

Mit diesem Sieg haben wir uns vom achten auf den fünften Tabellenplatz katapultiert. Natürlich müssen wir weiterhin punkten. Ein Punktgewinn in Walldorf kommenden Sonntag wäre in dieser Situation Gold wert. Dennoch richtet sich unser Blick bereits auf die Partie gegen TSG Heidelberg, denn hier würde ein Sieg höchstwahrscheinlich ein weiteres Jahr die Bezirksklasse für Plankstadt buchen.