Herren1 – Nehmerqualität

1. Herrenmannschaft der Runde 2021/22

1. Herrenmannschaft der Runde 2021/22

Nach der Schlappe in Viernheim wurde gegen Neuenheim mal wieder ein enges Match erwartet. Immerhin waren wir nun wieder „komplett“ (ohne Heeß), denn Punkt drei und Chefcoach Arnd kam wieder an Bord. Auch Neuenheim erschien ohne Ersatz und so erfüllte sich die oben genannte Prognose voll und ganz.

Erneut kamen wir nur mit 1:2 aus den Doppeln, erneut siegten nur Müller/ Vierling. Dann ging der Spaß los, als Müller auf Wittmann traf. Gernot dominierte mit seinen wuchtigen Vorhänden, die als Topspins gelten, beim Auftreffpunkt entstehen aber Geräusche, die sich eher nach Schüssen anhören. Es folgt eine flache Flugkurve, ein unwahrscheinlich schneller Ball. Unwiderstehlich, zumindest für Wittmann an diesem Tag. Die meisten, der 33 Punkte, die Gernot machte, kamen so zu Stande, oft vorbereitet durch einen guten Aufschlag. Sein zweites Einzel bestritt Gernot gegen Weis, einen der stärksten Akteure der Liga. Wer die Ästhetik im Sport suchte, der kam hier auf seine Kosten. Zwei ähnlich starke Leute mit ähnlicher Spielausrichtung haben sich gemessen und bis tief in den fünften Satz hinein, war nicht zu erkennen, wer am Ende die Nase vorn haben würde. Es entstanden viele längere Ballwechsel mit schnellen offensiven Bällen, die klarmachten, dass die Bewegungsmuster beider Spieler, denen von Athleten entsprechen. Weis setzte sich knapp durch.
Vierling traf zuvor schon auf Weis und auch er konnte mithalten. Sei Top ist nicht ganz so schnell, doch er kann eben mit viel Drall eröffnen. Das lässt die Ballwechsel ganz anders aussehen, wie bei Gernot, ist vom Niveau her aber ähnlich. Zudem hatte Weis immer wieder Probleme mit dem Rückschlag. So kam es auch hier zum finalen Satz und aus unserer Sicht ist es geradezu tragisch, dass der auch nach Neuenheim ging. Gegen Wittmann bestimmte Luca die Partie von Beginn an, erst im dritten Satz brachte Wittmann die dralligen Tops von Luca unter Kontrolle und konnte selbst etwas mehr Offensive erreichen. Das war auch der einzige Satz, der wegging, danach spiele Luca konzentriert durch und holte sich den Punkt.

Von Conrady spielte vernünftig gegen Stückert, doch der Heidelberger hatte nur kleine Probleme mit Arnds Noppenspiel und konnte nicht nur angreifen, sondern auch legen. Insgesamt war Stückert etwas besser und siegte in vier Durchgängen. Danach traf Arnd auf Lederer und hier verteilte er die Bälle anspruchsvoll. Noppenkonter zweimal in die Rückhand, dann in die weite Vorhand gedrückt oder einfach mal einen leeren Ball auf den Bauch. Lederer war beeindruckt, schraubte seine Angriffe auf ein Minimum zurück und Arnd nutzte die Räume zu einem Dreisatzsieg.
Becker hatte es zu Anfang mit Lederer zu tun und auch er machte das Spiel, bereitete mit seiner Noppe vor und der Vorhandtop wurde zu seinem wichtigsten Schlag. Auch hier agierte Lederer vorsichtig, vielleicht zu vorsichtig, denn außer im dritten Durchgang, als Wilmar weniger gelang, konnte Lederer nichts erreichen. Willi erlaubte in den drei Sätzen, die er gewann, nicht mehr als je sechs Gegenpunkte. Gegen Stückert konnte auch Willi nur einen Satz behaupten, zu komplett war die Leistung des Neuenheimer Angriffsspielers.

Braunbart spielte gegen Riedel zwei Sätze lang auf Augenhöhe mit, doch beim Stande von 1:1 kam er aus dem Tritt und Riedel siegte nun klarer. Gegen Angreifer Abt entwickelte sich ein enges Spiel, von dem ich leider kaum was mitbekommen habe. Ich kann nur sagen, nach zwei knappen Satzverlusten, kam Tom zurück, holte sich die nächsten beiden Durchgänge und bei 5:2- Führung im fünften Satz, hatte man gute Hoffnung, doch Abt wurde nun stärker und Tom verlor den Zugriff auf die Partie. Wieder ging ein fünfter Durchgang nach Neuenheim.
Kolb setzte Abt frühzeitig unter Druck, spielte seinen Angriff mit hoher Trefferquote drei Sätze lang durch und gewann verdient. Auch gegen Riedel war er der aktivere Mann, breitete mit dralligem Top vor und versengte den zweiten, auch der Block funktionierte zufriedenstellend. Nach vier Sätzen triumphierte Markus.

Wer nun mitgezählt hat, weiß: wir waren mit 7:8 im Rückstand und alles andere als ein Sieg im Doppel, wäre eine Katastrophe gewesen, denn wenn du 3,5 Stunden spielst, dann willst du nicht 7:9 verlieren. So trafen also die vorderen Paarkreuze aufeinander. Dieses Spiel war nicht so sehr von langen Ballwechseln geprägt, wie die vorigen Matches der betreffenden Akteure und Wittmann war der Einzige, der nicht sofort einen offensiven Schlag ausführen wollte. Luca zog mit Spin, Gernot zog mit Speed, und die Verschmelzung unserer Topspieler zum Doppel war etwas stärker, als die der Neuenheimer. So kam der Sieg, der zum Punktgewinn führte mit 11:6, 5:11, 11:9, und 11:9.
Waren die Neuenheimer die Glücklicheren, weil sie alle drei Fünfsatzpartien für sich entscheiden konnten, oder wir, weil wir nach 2:5- Rückstand noch zum Punkt gekommen sind? Das wär doch mal ne Frage für die Ethikkommission, auf jeden Fall haben wir außergewöhnliche Nehmerqualitäten bewiesen, denn wir sind das ganze Spiel über hinten gelegen und doch haben wir gepunktet. Das nenne ich mal einen „Big Point“!

Und Spaß haben wir auch zusammen und den soll es nächste Woche gegen Waldhilsbach auch wieder geben. Auch hier möchten wir gerne punkten, mit oder ohne Nehmerqualitäten!

Von |2021-10-18T20:40:02+02:00So., 17.10.2021 |! Runde 2021/22, Berichte|
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