Chance gewahrt

Spiel um den Relegationsplatz

Artwork by Luca Vierling

Mit einem 9:5- Erfolg in Wallstadt im letzten regulären Verbandsspiel qualifiziert sich die TSG Eintracht für die Relegation und wahrt somit die Chance zum Aufstieg in die Verbandsklasse.
Dieser Sieg war keine Galavorstellung, eher eine immens kämpferische und mentale Leistung, vier gewonnene fünfte Sätze zeugen davon.
Wallstadt trat wenig überraschend komplett an, bei uns wurde für Euro- Eugen (er war beim Europa League- Finale in Sevilla) Beschorner eingewechselt.
In den Doppeln lief alles wie am Schnürchen, Weis/ Kolb brachten Hardung/ Kajzer an den Rand einer Niederlage, Beschorner/ Wittmann agierten harmonisch und siegten in drei Sätzen, wie auch Müller/ Vierling. Die 2:1- Führung war ne runde Sache.
Man merkte Weis den Trainingsrückstand deutlich an, in seiner Partie gegen den ohnehin favorisierten Hardung. Dennoch entstand eine sehenswerte Partie, allerding mit Übergewicht für Hardung, der auch keinen Satz abgab.
Nun folgte die schwierigste Phase des Matches für uns:
Müller bekam große Probleme gegen Kajzer, doch Beschorner, der gleichzeitig spielte, war zuerst fertig. Simon hatte Schwierigkeiten mit dem Rückschlag gegen Schaal. Der unbequeme Angreifer aus Wallstadt traf immer wieder schnelle Tops mit wenig Spin aus allen Positionen und Simon wehrte sich geduldig, doch einige Big Points gingen weg. So siegte Schaal in vier Durchgängen. Gernot punktete verlässlich mit dem langen Überdrall- Aufschlag, bei gegnerischem Top versuchte er meist, mit der Vorhand gegenzuziehen. Ein extrem risikoreicher Ball, der mit wechselndem Erfolg gespielt wurde. Kajzer hat seit der Vorrunde offenbar dazugelernt, ein überzeugender Auftritt mit schönen Aktionen und guten Blocks. Eine Niederlage Gernots hätte einen 2:4- Rückstand bedeutet und uns das Leben schwer gemacht, doch Gernot führte den finalen Satz mit dem Anspruch des überlegenen Technikers, er machte SEINE Punkte, ungeachtet der gegnerischen Spielweise und triumphierte mit 11:6.
Vierling setzte sich gegen Noppenspieler Garber in vier Sätzen durch. Garber störte Vierling mit der Noppe im Spielaufbau, doch die schiere Klasse Lucas wies Garber in die Schranken, die Wucht und Beständigkeit seiner Attacken konnten auf Dauer von Garber nicht gehalten werden.
Und schon stand der nächste Krimi ins Haus, Kolb hatte zuerst gar keinen Spaß gegen Lederer und danach war es mühsam. Lederer schlug gut auf und spielte einen durchdachten Angriff, nach zwei Satzverlusten lernte Markus beim Rückschlag dazu und bekam etwas mehr Sicherheit. Dennoch stand er bei 7:10 mit dem Rücken zur Wand, parierte jedoch drei Matchbälle und klaute sich den Satz. So kam es, dass Markus immer aktiver und sicherer wurde, seinen Angriff und sein Blockspiel gekonnt ausbaute, während Lederer passiver und fahriger agierte. Mit 11:7 sicherte sich der Plankstadter den entscheidenden Satz.
Später würde man sagen, dass diese Phase mit den zwei gewonnenen fünften Sätzen entscheidend gewesen sei, wir hatten nun mit der 5:3- Führung ein Polster im Rücken, seit Spielbeginn 15 Anhänger auf der Bank, die JEDEN guten Ball feierten als sei es der letzte und Wallstadt hatte zwei kritische Wirkungstreffer eingesteckt, von denen sie sich als Mannschaft betrachtet, nicht mehr erholen konnten.
Außerdem hatten wir einen Witte, der erstmals im hinteren Paarkreuz eingesetzt wurde. Alex musste den tollen Aufschlägen von Frantz Tribut zollen. Der erste Satz ging weg, doch nach der Eingewöhnungsphase kontrollierte Witte weite Teile der Partie, ich hab ja selbst schon oft gegen Frantz gespielt und insgesamt vielleicht drei seiner kanonenartigen Vorhandtops geblockt, aber Witte hat das in einem einzigen Ballwechsel geschafft. Dieses Blockspiel gepaart mit seinem unaufgeregten Angriff und der Fähigkeit taktisch intuitiv und variabel zu spielen, verschaffte ihm den Sieg nach vier Durchgängen.
Stand: 6:3, der zweite Durchgang kann kommen
Müller- Hardung, das schönste Spiel des Abends folgte, ein beidseitiges Offensiv- Inferno, mit oft längeren Ballwechseln, das manchen Spielern zeigt, wo sie noch hinmöchten, den meisten aber, was sie nie erreichen werden. Schwer in Worte zu fassen, Augenschmaus. Hardung erwies sich als der etwas bessere Akteur und gewann in vier Sätzen.
Wie schon im ersten Durchgang zeigte sich Kajzer verbessert und Weis nicht ganz auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Doch Karsten bringt ja über 100 TTR mehr mit und wenn er sein Potential gezeigt hat, war es für seinen Gegner schwer zu bestehen. Auch hier gab es großartige Szenen zu bewundern, auch hier ging es ausschließlich um offenes Spiel und darum, ob der dritte Top noch zurückkommt. Auch hier ging es in den fünften Satz und Karsten holte sich den Punkt mit dem knappst möglichen Ergebnis, 12:10.
Vierling verschaffte sich mit seinen trickreichen Aufschlägen Vorteile gegen Schaal, außerdem setzte er seinen Top vehement ein, doch Schaal kämpfte um jeden Punkt, war bei eigenem Aufschlag aktiv und Luca nutzt auch das Stilmittel der Ballonabwehr aus der Halbdistanz, um gegnerischen Angriffen zu begegnen. Dieses Mal liefen die Big Points für Plankstadt und mit einem am Ende klaren 3:0- Sieg erhöhte Luca den Spielstand auf 8:4 und zementierte damit die Relegationsteilnahme. Erleichterung und Jubel auf der Bank waren die sofortige Folge.
Doch das Spiel war ja noch nicht zu Ende: Beschorner umlief die Aufschläge von Garber regelmäßig, um mit der Vorhand auf die Noppe zu ziehen. Legte Simon einen Ball etwas unsauber zurück, kloppte Garber ihn mit der Vorhand rein. Es war ein Spiel mit recht unterschiedlich erfolgreichen Sätzen und es war mehr als schade, dass Simon den entscheidenden Durchgang nicht machen konnte.
So war es wieder an Wittmann, uns gegen Lederer die endgültige Befreiung zu sichern. Ein taktischer Schlagabtausch zweier Leute, die sich kennen, eine Partie auf Augenhöhe, die Witte im fünften Satz mit 11:9 für sich entschied und damit eine Umarmungs-Welle auslöste.
Es war ein langer Abend, den viele in der Halle noch ausklingen ließen, für manche wurde es spät, für manche wurde es offenbar noch deutlich später. Ein gelungener letzter Coup. Doch es ist wie Arnd sagte:“ Es ist ja erst der Anfang“. Wir gehen in eine neue Phase, in die Relegation. Die Gegner heißen Walldorf und Schefflenz. Es ist leicht zu sehen, welch unbändiges Potential in dieser Mannschaft steckt und zumindest gegen Walldorf müssen wir noch ein gutes Schippchen drauflegen, wenn wir bestehen wollen. Doch die Termine stehen noch nicht fest, das wird in Kürze erfolgen und erst dann werden wir wissen, wie wir stehen.
Die zweite Mannschaft bestreitet ihr erstes Relegationsspiel in der Senn- Halle am Montag gegen Wiesloch- Baiertal, der zweite Termin in Oftersheim ist noch ungewiss. Also auf zum Abenteuer Relegation. Wer aufsteigen will bzw. die Klasse halten will, der muss an uns vorbei, an der TSG Eintracht Plankstadt!

T: Markus Kolb F: Jörg Gerkewitz

Von |2022-05-21T15:04:04+02:00Sa., 21.05.2022 |Berichte, Runde 2021/22|
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