Die MS Erwin Senn startete mit Volldampf in die neue 4-er Mannschaftssaison der Herren Verbandsliga.
Vieles war neu zum Start in die Saison 25/26, gleich 3 Spieler unserer letztjährigen bewährten Besatzung (Luca, Karsten, Witte), schlagen nun in der 2./3. Mannschaft auf, wir haben nun einen Engel an Bord und das Spielsystem wurde umgestellt. Auch ein wenig überraschend war, dass (durch einen Heimspieltausch) das erste Heimspiel gegen die EK Söllingen nun doch direkt zum Rundenstart anstand. Die TSG Eintracht begann mit folgender Crew die Jungfernfahrt in die neue Saison: Dr. Alexander Krieger, Nervenarzt Boris Pastler, Navigator Timo Berger und Ernährungsexperte Maurice Engel. Das neue Spielsystem sieht zunächst 2 Doppel vor (man benötigt also immer einen 5.Mann zum Zählen) und dann absolviert jeder Spieler 2 Einzel, egal wie der Spielstand ist, es werden alle Partien gespielt.
Um 14:00 Uhr legte unser Dampfer mit den Doppelbegegnungen Pastler/Engel gegen Gille/Gille, und Krieger/Berger gegen Blümle/Mock ab. Boris und Maurice kamen ein wenig holprig in Fahrt, steigerten sich aber und mussten den 1. Satz unglücklich mit 11:13 abgeben. Vor allem, der sonst so nervenstarke Boris, produzierte viele kleine Fehler und so konnte der stark spielende Maurice auch den Verlust des 2. Satzes nicht verhindern. Im 3. Satz wurde es immer spektakulärer, die Gille- Brüder trommelten und Boris und Maurice hielten dagegen. Boris reduzierte seine Fehlerquote und der Satz ging nach Plankstadt (13:11). Leider konnten sich die Gilles zum Ende des 4. Satzes (auch mit ein wenig Glück) nochmals steigern und Boris und Maurice mussten bei ihrer Doppelpremiere dem Gegner gratulieren. Es gab also direkt zu Beginn der Saison einen Rückstand, denn Söllingen führte mit 1:0.
Der Kapitän Alexander und der Navigator Timo sollten aber das Schiff wieder auf Kurs bringen. Abgeklärt, souverän und mit all ihrer Klasse fertigten sie die Materialspezialisten (Abwehrer Mock mit Doppelnoppe und Blümle einmal mit dem Noppengummi auf der Rückhand) aus Söllingen mit 11: 5 ab. Im 2. Satz verlor Timo kurz ein wenig die Orientierung, konnte aber den Kompass gegen Satzende wiederfinden und so ging auch der 2. Satz mit 12:10 an Alex und Timo. Im 3.Satz war dann wieder alles beim Alten, Timo navigierte und Kapitän Alex brachte den Sieg sicher in den Heimathafen 11:5 für Plankstadt, ein deutliches 3:0 und der Spielausgleich. Nun ging es also in die Einzel, mit Alex gegen Lukas Gille und Boris gegen dessen Bruder Felix.
Alex brachte den Kahn sofort auf Höchstgeschwindigkeit und seine extremen Vor- und Rückhandtopspins ließen Lukas das rettende Ufer nur erahnen, 11:1 lautete das Satzergebnis. In Satz 2 und 3 wirkte Lukas Medizin gegen Seekrankheit ein wenig besser, doch Alex ließ keinerlei Zweifel, wer das Boot steuerte. Folgerichtig entschied er auch die nächsten 2 Sätze sehr abgeklärt für sich (mit 11:8 und 11:9) und einmal mehr begeisterte Alex die rund 35 Zuschauer mit seiner Art den Präzisionssport Tischtennis auszuüben. Plankstadt ging mit 2:1 in Führung.
Boris gegen den anderen Gille hätte zu einer schnellen Nummer werden können. Boris schaltete in den ersten 2 Sätzen seine Synapsen nahezu perfekt in den Vorhand- Rüchhandrhythmus und Gille fühlte sich auf der MS Erwin Senn sichtlich ein wenig verschaukelt. Mit 6 und 5 dominierte Boris diese Sätze, erspielte sich auch in Satz 3 eine deutliche 5:1 Führung, um dann das Seil zum Zumachen der Partie zu vergessen. Gille kam zurück, unser Meister der Nerven bekam es mit denselben zu tun und sah sich zur Überraschung aller auf einmal in Satz 5 (8:11, 9:11) wieder. Doch hier zeigte Boris sein ganzes Potential, erdrückte Gille zum Start des Entscheidungssatzes mit spinfreudiger Vorhand und nervenaufreibenden Rückhandbällen. Dr. Cool schlug erneut zu und schickte Gille mit 11:4 leicht taumelnd von Bord. Neuer Spielstand 3:1 für Plankstadt
Nun rückte das hintere Paarkreuz mit Timo gegen Mock und Maurice gegen Blümle in den Fokus.
Timo steuerte sich sehr sicher durch die Abwehrklippen von Mock in Satz 1. Immer wieder eröffnete er mit dem Vorhand- Topspin in die Rückhand von Mock und schloss dann den Punkt mit seinem Superschuss in dessen Vorhand ab. 11:8 in Satz 1 war die Folge. Im 2.Satz war besonders der Nebel schuld daran, dass Timo seine Route verließ, immer wieder konnte Mock diesen (ob verbal oder mit seiner unangenehmen Langnoppe) versprühen und Timo gab diesen Satz nach toller Aufholjagd noch mit 11:13 ab. Da Timo aber nun den Schalter für die Nebelscheinwerfer der MS Erwin Senn gefunden hatte, sah Mock nur noch die Hecklichter. Timo demonstrierte sein variables Topspin Spiel und schickte Mock mit 11:2 und 11:2 ziemlich benebelt nach Hause. Plankstadt führte 4:1
Es war nun also an Maurice den ersten Punkt für Plankstadt zu sichern und wie er das tat, war sehr beeindruckend. Maurice ist (auch bestimmt Dank seiner Ernährung) extrem fit und konnte die Zuschauer am Ufer richtig begeistern. Tolle Bananenflips aus der Rückhand uns sehr druckvolle Bälle mit der Vorhand, ließen Blümle im ersten Satz recht ratlos zurück (11:7). Doch Blümle wehrte sich konnte sich aus der Umklammerung befreien und Maurice wurde speziell im Aufschlagreturn zu passiv. Auf einmal waren alle Vitamine bei Blümle und er holte sich Satz 2 mit 11:7. In Satz 3 und 4 spielte nun Maurice seine Fitness aus und wurde aggressiver, es gab kaum mehr einen passiven Ball und in voller Fahrt steuerte Maurice mit 11:5 und 11:5 in den Zielhafen. Das war ein beeindruckendes Debüt und Plankstadt führte mit 5:1.
Im vorderen Paarkreuz tauschten nun Alex und Boris die Brüder aus und Alex spielte gegen Felix und Boris gegen Lukas. Unser Kapitän Alex hatte die Mütze noch gar nicht richtig auf und Gille gab bereits Vollgas. Alex tat sich schwer, bekam nicht genug Rotation auf den Rückhandball und das Ruder klemmte an der ein oder anderen Stelle. Auch der spektakuläre Handwechsel brachte keinen Erfolg, Satz 1 schwamm mit 8:11 davon. Nun erst legte Alex ab und beherrschte Gille in Satz 2 und holte diesen mit 11:7 nach Plankstadt. Die ganze Halle dachte nun, dass die MS Erwin Senn nun wieder auf Kurs sei, doch irgendwie bestimmte Gille, vor allen Dingen mit seinem Rückhand- Longline-Block, das Geschehen und schnappte sich Satz 3 mit 5:11. Alex hatte kurz die Balance verloren, tankte nun aber in der Satzpause ordentlich Treibstoff (Berger-Bananen) und konnte so seine Reserven wieder auffüllen. Der spannende 4. Satz ging mit 11:8 an den Kapitän und Gille unterlief ein folgenschwerer Fehler. Er jubelte bei einen Netzroller über seinen gewonnenen Punkt und sorgte damit, aus Alex Sicht, für eine Seerechtsverletzung. Davon motiviert und angespornt, setzte Alex den Felix im 5. Satz von Anfang an in das Rettungsboot, welches unter lautem Tönen aus dem Nebelhorn zu Wasser gelassen wurde. Gille erkannte seinen Fehler und gratulierte Alex zum Gewinn der Partie (11:5 im 5. Satz) und Plankstadt führte 6:1.
Boris gegen Lukas hieß es nun in der anderen spannenden Partie und Boris steckte sofort die Route ab, variable Aufschläge, ein paar Zauberbälle und die Nerven des Bordpersonals waren beruhigt. 11:7 lautete das Satzergebnis. Doch wie immer ist bei Boris mindestens ein Satz dabei, bei dem er die Mitfiebernden auf die Folter spannt und so holte sich Gille Satz 2 mit 8:11. Ab diesem Zeitpunkt war es aber um den Leichtmatrosen Gille geschehen, Boris schickte ihn gleich mehrmals mit brachialen Rückhandkrachern zum Kielholen und leinte ihn in den Sätzen 3 und 4 an mit 11:5 und 11:8 an den Poller. Plankstadt führte 7:1.
Der Sieg war bereits nach Alex Erfolg in unserer Hand. Nun lag es an Timo und Maurice, das Standardergebnis dieses Samstags in der Dr. Erwin Sennhalle (denn auch die beiden Jugendmannschaften hatten zuvor mit jeweils 9:1 deutliche Siege eingefahren) zu bestätigen.
Timo gegen Blümle und Maurice gegen Mock zeigten deutlich auf, über welche spielerische Klasse Plankstadt auch im hinteren Paarkreuz verfügt. Timo spielte sehr kontrolliert, immer wenn Blümle den Vorhandkracher auspackte, gab es den Gegentorpedoblock mit der Rückhand. Blüme bemühte sich redlich, Timos Sextant war aber zu genau eingestellt und so musste Blümle am Ende den Blumenstrauß an Timo überreichen. Ein knappes, aber klares 3:0 (11:8, 11:9, 11:9) stand am Ende im Logbuch.
Maurice gegen den Abwehrfels aus Söllingen war auch am Ende ein ungleiches Duell. Selten konnte Mock der Brandungswelle von Maurice Vorhandbällen widerstehen. Zu druckvoll rollten die Bälle auf ihn zu und Maurice überzeugte auf ganzer Linie. Auch hier stand am Ende ein deutliches und verdientes und nie gefährdetes 3:0 nach Sätzen (11:6, 11:9, 12:10) und Mock konnte seine Trauer hinter dem Segel verbergen, welches er um seinen Kopf geschlungen hatte. Die MS Erwin Senn fuhr also das Wochenende-Standardergebnis sicher nach Hause und auf der Anzeigetafel stand zum 3. Mal an diesem Tag ein 9:1
Fazit: Eine gelungene Jungfernfahrt in die neue Saison, trotz Spielsystemveränderung schwappte die Begeisterung in der Halle über, die Mannschaft ist intakt und hat Spaß bei der Ausübung ihrer „Arbeit“. In der Kombüse gab es nach dem Spiel noch Feuerwurst, Thüringer, vegane Köstlichkeiten und natürlich jede Menge Rum (Met). Die nächste Schifffahrt führt unsere Besatzung am 10.10.2025 nach Adelsheim und man erhofft sich natürlich den ein oder anderen blinden Passagier zur Unterstützung (es muss ja auch einer das Eingangsdoppel zählen).
Ahoi euer Arnd von Conrady
T: Arnd von Conrady F: Andreas Moosbrugger (Galerie), Jörg Gerkewitz (Titel)