Zum Rückrundenauftakt mussten unsere Helden am Samstag, 10.01.2026, in der Verbandsliga ins leicht verschneite Söllingen (wieder im Pfinztal). Angelehnt an die großartige Demonstration der Boxabteilung auf dem Neujahrsempfang schlüpfen unsere Helden diesmal in berühmte Box-Charaktere. Viel Spaß beim Lesen und Ring frei:
Kurios wurde es bereits bei der Begrüßungsrede, als Söllingens Kapitän Blümle einen fairen Spielverlauf und Plankstadt den Sieg wünschte. Hier nun die Plankstadter Besetzung, die wir in die Arena schickten:
An Punkt 1: Alexander Krieger alias Mike „Iron Spin“ Tyson
An Punkt 2: Maurice Engel alias Muhammad „The Butterfly“ Ali
An Punkt 3: Boris Pastler alias Floyd „The Counter“ Mayweather
An Punkt 4: Timo Berger alias Wladimir „The Tower“ Klitschko
Let’s get ready to rumble:
Los ging es aber wie immer mit den Doppeln. Hier standen Mike und Floyd zunächst Gille/Gille gegenüber, und Muhammad mit Wladimir kämpften gegen Blümle/Mock.
Gille/Gille war in den ersten zwei Sätzen gar nicht zum Lächeln zumute. Gerade hatten sie ihren Mundschutz geradegerückt, da stand es auch schon 2:0 für Plankstadt. Zu konzentriert, fast schon bedrohlich ruhig, war Alex „Mike“ bei seinen Vorhand-Topspin-Attacken. Seine hohe Schlaghärte sorgte für kurze Ballwechsel, und in Kombination mit dem taktisch klug agierenden Boris „Floyd“ nutzten sie jeden Fehler der Gegner gnadenlos aus (11:5, 11:3). Dann eine kurze Auszeit in Satz 3: Gille/Gille konnten einige Konterattacken setzen und sehenswerte Treffer landen und somit den Satz knapp (9:11) für sich entscheiden. In Satz 4 wurde es dann noch deutlicher. Die starke Physis und Ausstrahlung von Mike und Floyd dominierten das Spiel, holten somit ein verdientes 3:1 nach Plankstadt (11:1) und damit die erste Führung.
Im anderen grünen Ring ging es wesentlich knapper zu. Muhammad und Wladimir kreuzten ihre Handschuhe mit Blümle/Mock. Es entwickelte sich ein reger Schlagabtausch. Speziell in der Anfangsphase war noch kein Rhythmus da. Das unangenehme Noppenspiel und der rutschige Ring (Platte) sorgten für viele Fehler, und somit ging der erste Satz an Söllingen (7:11). Kurze taktische Umstellung: Wladimir setzte nun mehr Rotation statt Schlaghärte ein, und die gute Beinarbeit von Muhammad sorgte für viele gute Platzierungen und einige Körpertreffer. Satz 2 ging an Plankstadt (11:9). Dann zwei ausgeglichene Runden (6:11; 11:9), und es ging in Runde 12 (5. Satz). Auch hier erspielten sich die Söllinger Vorteile, doch eine kurze Handtuchpause beim Stand von 4:7 sorgte für die Wende. Unsere Fighter setzten den finalen Punch und gewannen mit
11:9, und Plankstadt führte 2:0.
Nun wollten wir die Führung auch behaupten, und es ging ins obere Paarkreuz, in dem Maurice zur Rückrunde erstmals gemeldet ist. Er sah sich Felix Gille gegenüber, während Alex Lukas Gille den Panzer verbeulen wollte.
Maurice „Mohammad“ kam super ins Spiel. Charismatisch und selbstbewusst, wie einst Ali beherrschte, er die ersten zwei Runden deutlich (11:8, 11:8). Er ließ auch in der Folge kaum nach, doch Gille steigerte sich, konterte immer wieder die schnellen Vorhandschläge von Ali mit noch härteren Gegenschlägen, wehrte einen vorzeitigen KO in Satz 3 (Matchball) ab und sicherte sich die nächsten zwei Runden knapp (10:12, 10:12). Im finalen Battle spielte nun jedoch unser Engel seine Schnelligkeit aus, flog „like a Butterfly“ fast durch den Ring und brachte das zu Ende, was er so eindrucksvoll begonnen hatte. Klarer Sieg nach Punkten in Satz 5 (11:6) und die 3:0-Führung für Plankstadt.
Alex „Iron Spin“ Tyson wollte diese Führung nun untermauern. Für Lukas Gille war dies ein recht einseitiges Vergnügen. Obwohl mit Kopfschutz und Bauchpanzer ausgestattet, taten die Schläge von „Iron Mike“ einfach weh. Nicht nur wegen der Härte, sondern auch die Platzierung und die Raffinesse der Schläge bereiteten Gille Kopfzerbrechen. Er kämpfte noch tapfer in Satz 1 (11:9) und ließ sich in der Folge immer mehr in die Seile drängen. Sofort ging Alex in die Offensive und sorgte mit seinen aggressiven Topspins für klare Verhältnisse. Leicht taumelnd gratulierte Lukas unserem Topathleten zum 3:0 (11:5, 11:5), und Plankstadt führte bereits 4:0.
Das hintere Paarkreuz konnte das Spiel nun bereits entscheiden, und zwar mit Timo „Wladimir“ Berger gegen Blümle und Boris „Floyd“ Pastler gegen Mock. Wladimir setzte in Satz eins immer wieder seine starke Führhand ein, und wenn Blümle mal agierte, konterte er ihn aus (11:5). Doch das Blatt wendete sich. Nun ärgerte Blümle Wladimir mit der Rückhandnoppe und durchbrach immer wieder mit der knallharten Vorhand, egal ob als Upper-Cut oder Jab, seine Deckung (8:11, 4:11). In Satz 4 ging Wladimir dann zu Boden. Die Trainer wollten eine Auszeit, doch ohne taktische Umstellung berappelte sich Timo von 1:5 Rückstand. Nun setzte er immer wieder seinen legendären linken Vorhandhaken ein und quälte sich in die letzte Runde (12:10). Wohl dem, der sich seine Reserven gut einteilen kann. Wer fällt, muss wieder aufstehen, und so rang Timo „Wladimir“ letztendlich den Gegner nieder (12:10). Das Blumenkohlohr schmerzte von den vielen Linken, aber fair gratulierte Blümle zum Sieg und dem 5:0 für Plankstadt.
Nun war es an Boris „Floyd“, gegen Mock den Sieg einzufahren. Ein Kampf, der geprägt war von Trash-Talk und leichten gegenseitigen Provokationen – also alles, was wir an unserem Sport so lieben. Doch „Floyd“ ist einfach technisch überlegen. Die beidseitige Noppe konnte nur selten punkten, und zu mächtig ist der Rückhand-Punch. Einzig das Kommentieren von Aktionen durch Mock bringt die Maschinerie ein wenig ins Stottern. Am Ende nutzt Boris im Stile eines Klasse-Boxers jeden Fehler des Gegners gnadenlos aus und zeigt dies auch mit überzeugenden Feierposen nach clever erspielten Punkten. Ein klarer Sieg nach Punkten (11:8, 11:9, 11:7), und Mock kann nur leicht deprimiert gratulieren. Plankstadt führt nun uneinholbar mit 6:0.
Im Spitzenspiel des vorderen Paarkreuzes trafen nun Felix Gille auf Alex „Tyson“, und hier gab es ja auf der letzten „Pressekonferenz“ (in Plankstadt beim Hinspiel) bereits einen lautstarken verbalen Austausch. Diesmal lief alles sehr leise ab. Im absoluten Tunnel spielte Alex seine Schlagkombinationen ab, Felix Gille stand in der Ringecke und nahm einen Schlag nach dem anderen hin. Nur gelegentlich ließ er seinen starken Rückhandschleuderschlag aufblitzen –einfach zu wenig gegen einen „Iron Alex“ in Topform (11:6, 11:5 und 11:3). Dies war eher ein KO statt eines Punktsieges, und Plankstadt führte 7:0.
Nun war es an Maurice „Ali“, die weiße Weste zu bewahren, und wieder legte er los wie einst „in the Jungle“. Zwei entschlossene erste Runden, viel Getänzel und effektive Schläge (11:3, 11:9). Aber viel Laufen macht müde, und so nahm er in den nächsten zwei Runden viele Treffer und ließ ab und zu die Deckung sinken (7:11, 4:11). Doch im entscheidenden Moment war er dann wieder voll da. Lautstark begleitete er nun jede gelungene Aktion und pushte sich erneut zur
Höchstleistung in Satz 5. Man mag es kaum glauben, aber unser Engel war der Lauteste in der Halle. Muhammad Ali wäre stolz auf dieses Mundwerk gewesen. Eine starke und überzeugende Leistung von Maurice im vorderen Paarkreuz bei seiner Premiere. 11:8 in Satz 5 und die 8:0-Führung für Plankstadt.
Die ersten Söllinger Fans verließen die Arena, aber die Plankstadter Fans wollten noch zwei unserer Helden siegen sehen. „Floyd“ gegen Blümle und „Wladimir“ gegen Mock sollten den Abschluss dieses Box-Events bilden.
Wie immer überzeugte Boris mit trickreichen Eröffnungen, um dann seine krachende Rückhand ins Ziel zu bringen. Blümle wirkte ratlos, und die ersten zwei Runden gingen an Plankstadt (11:8, 13:11). Dann ein kurzes Aufbäumen im dritten Satz durch Blümle. Boris wirkte kurz benommen (6:11), um dann in Satz 4 eindrucksvoll zurückzukommen. Mit Eins-Zwei-Kombinationen setzte er Blümle immer wieder unter Druck und punktete erfolgreich (11:8) – und das 9:0 für
Plankstadt.
„Wladimir“ gegen Mock sollte nun die letzte Auseinandersetzung des Events werden. Jedoch hatte Timo in der vorherigen Partie zu viele Treffer hinnehmen müssen, seine Augenpartie war leicht geschwollen und der Tisch zu verschwommen. Dazu kamen noch die unangenehmen Noppenattacken mit Mocks geraden Rechten, und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Timo hatte nichts mehr im Tank (was bei 9:0 auch nicht weiter schlimm ist), kämpfte tapfer, musste aber Mock zum klaren Rundensieg (8:11, 6:11 und 9:11) gratulieren. Endstand bei „Thrilla in Manila“: 9:1 für Plankstadt.
Fazit: Inzwischen sind auch die Auswärtsspiele deutlich. Die Fighter heben ihr Niveau kontinuierlich an, und es macht einfach extrem viel Freude, dabei zu sein (auch in Söllingen waren bei winterlichen Temperaturen wieder fünf Fans dabei). → Vielen Dank! Wir freuen uns auf die nächste Auseinandersetzung mit Heidelberg, dann wieder in der Senn-Halle am 31.01.2026 um 17:30 Uhr. Seid dabei, wenn es dann wieder heißt: „Let’s get ready to
rumble“.
Mit schlagfertigen Grüßen
Arnd von Conrady