Am Samstag, den 26.09.2026, starteten wir um 13:15 Uhr in unsere erste historische Saison. Mit richtig guter Laune und sehr viel Harmonie überstanden wir die über 3-stündige Autofahrt. Erste Erfahrung: nicht einfach Siri sagen, wohin es gehen soll, sondern lieber selbst eingeben. Wir landeten nämlich in einer Panoramastraße, die noch 20 km vom tatsächlichen Spielort entfernt war.
Dennoch trafen wir dann pünktlich gegen 16:40 Uhr am Spielort ein und wurden freundlich von den Tuttlinger Spielern begrüßt. Nächste neue Erfahrung: erst einmal alle Schläger zur Kontrolle zum Oberschiedsrichter bringen und nach jedem Spiel das Abgeben nicht vergessen. Wir teilten also unsere Aufstellung mit und dachten, wir hätten unsere Doppelaufstellung schlau gewählt, da Noah Tanriver und Boris Pastler (1. und 2.) auf Doppel 2 gesetzt wurden und somit gegen die Nummern 2 und 4 von Tuttlingen spielen sollten. Die Spielbedingungen in der kleinen Halle (es gingen nur 2 Tische hinein) waren vom Licht und Platz her sehr gut, allerdings machten uns der Ball und dessen Absprung in Verbindung mit dem Donic-Tisch erhebliche Eingewöhnungsprobleme. So war es auch in unserem 2. Doppel deutlich zu erkennen, da Elias Hartmann und Luca Vierling schnell 0:2 gegen die 1. und 3. von Tuttlingen nach Sätzen zurücklagen. Noah und Boris fanden nie richtig ins Spiel, kämpften zwar, fanden aber keinen Rhythmus, sodass sie mit 1:3 unterlagen und Tuttlingen überraschenderweise in Führung gehen konnte. Elias und Luca kämpften, und die nächste Erkenntnis: Auch in der Verbandsoberliga sind Lucas Aufschläge extrem wirkungsvoll. Überhaupt kam Luca am besten mit den Bedingungen zurecht. Die beiden kämpften sich nach 0:2-Satzrückstand zurück und gaben auch im 5. Satz nicht auf, verloren dann sehr unglücklich mit 9:11 im selbigen, und Tuttlingen führte 2:0 nach den Doppeln.
In den Einzeln sah sich nun Boris dem erfahrenen Detlef Stickel gegenüber, und Noah durfte gegen Fader ran. Beide Gegner haben über 2000 TTR-Punkte und agierten sehr souverän und auf ihren Heimvorteil bauend. Boris schnappte sich mit brachialen Topspinbällen, die auch in Tuttlingen in dieser Form selten zu sehen sind, Satz eins mit 11:8. Aber dann folgte die nächste Erkenntnis: Man kann diese Bälle tatsächlich auch zurückbringen. Und so schaffte es Stickel immer mehr, das eigentlich unerschütterliche Selbstvertrauen von Boris zu untergraben. In den nächsten 3 Sätzen war Boris nahezu chancenlos und musste Stickel anerkennend gratulieren, Tuttlingen führte 3:0.
Noah bekam es mit Fader zu tun. Fader spielte sehr unscheinbar, aber extrem sicher. Noah fand nicht richtig in seinen Vorhandrhythmus und musste in den Rückhandduellen immer wieder die Punkte des Gegners akzeptieren und lag demzufolge schnell 0:2 nach Sätzen zurück. Dann ein erstes Aufflackern: Noah bewegte sich nun besser und brachte seinen Paradeschlag, die Vorhand, immer wieder ins Ziel. 11:8 für Plankstadt – aber leider auch hier die Erkenntnis: Wir konnten Sätze gewinnen, aber keine Spiele. Fader lenkte das Spiel nun wieder in Richtung seiner Rückhand und holte sich den 3:1-Sieg, Tuttlingens Führung wuchs auf 4:0.
Kleine Zwischenerfahrung: Es waren ca. 25 Fans von Tuttlingen in der Halle, aber Lahdo (Noahs Vater) und ich konnten lautstärkemäßig dagegenhalten. Das Publikum klatschte ausnahmslos bei Punkten für Tuttlingen, wir auch bei guten Ballwechseln und Punkten der Gegner. Hier bereits der Appell für die Plarena: Kommt zahlreich und klatscht fair, denn es geht um unseren Tischtennissport – aber natürlich am liebsten für Plankstadt.
Nun war es an Luca und Elias, für Ergebniskosmetik zu sorgen: Luca spielte gegen den erfahrenen Linkshänder Loss und Elias gegen den Ersatzmann Kohler. Luca begann prächtig, und Loss hatte wirkliche Schwierigkeiten, den Aufschlag zu lesen und den anschließenden Monstertopspin von Luca zu parieren. 11:8 in Satz eins für Plankstadt. In Satz 2 verpasste Luca einen Satzball, und Loss stellte sich immer mehr (auch aufgrund seiner Erfahrung) auf Lucas Spiel ein, der Satz ging mit 12:10 an den alten Tuttlinger Hasen, und fortan war Luca der Gejagte. Die Sätze 3 und 4 gingen an Tuttlingen, und die Führung lautete nun bereits 5:0.
Elias hatte Startschwierigkeiten gegen Kohler, kam mit den Spielbedingungen nicht zurecht, und hätte er ein Stück Belag auf seiner Schlägerkante gehabt, hätte er vielleicht den ein oder anderen Punkt gemacht. Aber Elias kann kämpfen: In Satz eins lag er 3:9 zurück, konnte dann plötzlich zum 9:9 ausgleichen, um dann den Satz doch unglücklich zu verlieren. In Satz 2 ging dann gar nichts, und Kohler führte 2:0. Doch wie erwähnt: Elias kann kämpfen und holte sich den engen Satz 3 mit 12:10, nur um dann in Satz 4 uns eine neue Erkenntnis zu bringen. Manchmal reicht eine 10:2-Führung nicht aus: Jetzt war es an Kohler, zu kämpfen, zu jubeln und tatsächlich diesen Satz noch mit 12:10 nach Tuttlingen zu ziehen.
Nächste Erfahrung: Manchmal verliert man, manchmal gewinnen die anderen. Wir waren also bereits geschlagen, denn es stand nun 6:0 für Tuttlingen, wollten aber nicht sang- und klanglos die lange Heimreise antreten.
Noah spielte nun gegen Stickel und konnte beweisen, dass er mit seinem jungen Alter in dieser Klasse spielen kann. Ein famoser erster Satz, eine trommelnde Vorhand und ein verdientes 11:7. Wer weiß, was passiert wäre, wenn er den Satzball im 2. Satz nicht knapp hinter den Tisch gespielt hätte. Er spielte nämlich auch in Satz 2 super, konnte aber leider diese Chance nicht nutzen und sich belohnen. Beflügelt vom Satzausgleich brachte nun Stickel seinerseits seine starke Rückhand immer mehr ins Spiel und bestimmte nun das Spielgeschehen. Noah musste etwas unglücklich zum 1:3 gratulieren.
Boris ging es gegen Fader nicht anders. Boris packte sein gesamtes Schlagrepertoire aus, spielte Unterschnittbälle gepaart mit Rückhandpeitschen und gefühlvollen Vorhandspins, blickte dabei immer wieder in das reglose Gesicht von Fader, der einfach jeden Ball zurückspielte. Zwar ging es erneut über vier Sätze, aber am Ende stand es 3:1 für Fader und 8:0 für Tuttlingen, und wir empfanden das Ergebnis als echt fad.
Unsere Hoffnungen auf Ergebniskosmetik beruhten nun auf Elias und Luca in den letzten beiden Einzeln des Tages. Beide gewannen den ersten Satz, und unsere Hoffnung wurde genährt, hier zumindest mit dem Ehrenpunkt auf die geliebte A81 zurückzukehren. Aber auf einmal verließ den sonst so durchtrainierten Körper von Elias sämtliche Spannung, und er lag auf einmal 1:2 nach Sätzen zurück. Luca servierte munter weiter, kämpfte wie ein Tuttlinger Berserker und führte 2:0 nach Sätzen. Doch dann machten wir erneut eine neue Erfahrung: Während Lucas Tank sich immer mehr leerte (es war sein 3. Spiel in dieser Woche), zeigte Elias nach der motivierenden Ansprache von Boris Aufstehmännchenqualitäten. Bei beiden ging es in Satz 5. Luca passierte dort ein Missgeschick, und er beschädigte an der Tischkante seinen Schlägergriff, was ihn erkennbar irritierte und störte. Erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu. So ging das Spiel noch an Tuttlingen 9:0, und wir alle hatten schon den Bagel vor Augen, als Elias im 5. Satz 0:4 zurücklag. Doch das Timeout ließ Elias aus der Tiefe (mit Taucherschein) emporschnellen und den Ehrenpunkt für Plankstadt an die Oberfläche und aufs Scoreboard bringen.
Fazit: Man lernt nie aus, die Mannschaft hält zusammen, und wir haben das wahrgemacht, was wir uns vorgenommen hatten: Wir hatten trotz dieser Niederlage jede Menge Spaß zusammen. In der Verbandsoberliga ist das Niveau zwar höher, aber nicht zwingend in der Schlaggeschwindigkeit, sondern eher in der Ballsicherheit. Wir können hier mit Trainingsfleiß unser Niveau noch hochschrauben und mithalten.
Und ja, wahrscheinlich hat Tuttlingen auch selten eine Mannschaft zu Gast gehabt, die nach solch einer Niederlage ein Bierchen zusammen trinkt und immer noch fröhlich ist, obwohl natürlich Gewinnen viel lustiger ist. Auch die Rückfahrt dauerte lang, da wir uns noch mit Burgern stärken mussten und natürlich auch das Bier aus den gestählten Körpern unserer Helden (denn das sind sie immer) den Weg herausfinden musste.
Ankunftszeit Heimat: 0:30 Uhr. Am 10.10.2026, 17:30 Uhr, geht es erstmals in der Plarena gegen Offenburg 2. Seid alle mit dabei, wenn wir die gemachten Erfahrungen erstmals in Punkte umwandeln wollen.
Übernächtigte Grüße vom Fahrer und Coach
Text und Foto: Arnd von Conrady