Herren 1 Der Weg zur Meisterschaft

/, Runde 2014/15/Herren 1 Der Weg zur Meisterschaft

Herren 1 Der Weg zur Meisterschaft

Der Weg zur Meisterschaft

In der Saison 2014/15 ging die TSG Eintracht in der Kreisliga, Staffel 2 als einer der beiden Topfavoriten an den Start. Als stärkster Konkurrent um den Titel wurde Edingen gehandelt, der Mannschaft aus Ketsch wurden Außenseiterchancen eingeräumt.

Plankstadt ging mit folgender Aufstellung ins Rennen: Weick, Treiber, Schneider, Braunbart, Köster und Kolb.

Die erste Hälfte der Vorserie verlief von den Ergebnissen her weitgehend nach Plan. Man fuhr teilweise hohe Siege ein und legte damit, ohne es zu wissen, den Grundstock für die spätere Meisterschaft. Bereits nach der zweiten Partie gegen Heiligkreuzsteinach verletzte sich jedoch Schneider und stand für die folgenden Spiele nicht mehr zur Verfügung. Die Diagnose Bandscheibenvorfall machte ein weiteres Planen über einen längeren Zeitraum zunichte, wir dachten – wie es so schön heißt – von Spiel zu Spiel.

Meist wurde Schneider durch Heckmann ersetzt.

Edingen besiegte Anfang Oktober Ketsch mit 9:4 und stützte damit die vor der Saison erstellte Prognose.

Am 24.10. trafen wir erstmals auf Edingen. Die Vorbereitung auf dieses Spiel erhielt einen Dämpfer, als Köster seine Teilnahme wegen eines privaten Termins absagen musste. Mit zwei starken Ersatzleuten hofften wir dennoch auf einen Zähler, wurden aber nach guter Anfangsphase um so heftiger enttäuscht. Neben zwei Doppeln schafften nur noch Weick gegen Pfründer und Kolb gegen Moslemi Punkte. Viele knappe Spiele lassen den Schluss zu, dass der Sieg mit 9:4 für Edingen zu hoch ausfiel.

Wir verarbeiteten diese Niederlage mit hohen Siegen und wähnten uns im Aufwind, als Kolb auf die königliche Idee kam, Schneider gegen den Tabellenletzten Dielheim einzusetzen. Schneider, der noch immer nicht einsatzfähig war, sollte also seine Spiele schenken, um seinen Stammspielerstatus zu halten. Das hat ja auch hervorragend geklappt. Nur dass wir gegen dieses Team an den Rand einer Niederlage gerieten, war nicht geplant. Zwei Doppel, zwei geschenkte Spiele, Weick- Klettner und Braunbart- Bös. Diese Niederlagen führten zu einem 2:6 Zwischenstand, der fast das Aus in der Meisterschaft bedeutet hätte. Irgendwie haben wir es geschafft, unser Potential abzurufen und meist klare Siege herauszuarbeiten. Mit 9:6 wurde Dielheim niedergerungen.

Das letzte Vorrundenspiel gegen Ketsch stand an und zwischenzeitlich hatte man sich Gedanken gemacht, dass man ja auch nach hinten schauen müsse, aber Ketsch war nicht der hartnäckige Verfolger, den wir befürchtet hatten. Niederlagen gegen Neuenheim und Heiligkreuzsteinach und dazu ein Punktverlust gegen Rettigheim schufen eine beachtliche Lücke zwischen uns und Ketsch.

Mit hoher Konzentration gingen wir die Sache an und es lief verblüffend rund an diesem Abend. Unsere Überlegenheit hielt bis zum Ende an, ungewöhnlich hoch schlugen wir Ketsch, nämlich mit 9:1, außerdem erreichte Ketsch nur fünf Satzgewinne.

Dieser Sieg, der Pokalerfolg bei der Spitzenleistung beim Final Four und die positiven Signale von Schneider für die Rückrunde brachten uns die Hoffnung zurück, Edingen doch noch abzufangen. Dazu war ein Sieg gegen Edingen nötig, um die Punktdifferenz auszugleichen, und jede Menge hoher Siege, um im Spielverhältnis vorne zu liegen.

Charly hatte mit 16:3 eine tolle Bilanz hingelegt, Heiko war mit 7:7 nicht zufrieden und wollte das vordere Paarkreuz verlassen, Thomas konnte mit 2:0 und 2 geschenkten Partien nicht bewertet werden, Tom brachte es auf 10:5, Andreas hatte auf der Mitte stark mit 8:2 und hinten mit 2:0 aufgetrumpft und Markus spielte auf der Mitte 2:1 und hinten perfekt mit 10:0. Stammersatz Lukas Heckmann schaffte mit 5:2 eine ansprechende Bilanz.

Rückrunde

In der Rückserie wirbelten wir die Formation durcheinander: Weick, Schneider, Köster, Kolb, Treiber, Braunbart. Außer Charly hatte jeder (!) das Paarkreuz gewechselt.

Wir konnten zwar die ersten Spiele siegreich gestalten, aber der Rückstand auf Edingen wuchs beständig, worauf Kapitän Kolb bereits in der dritten Partie gegen Rettigheim auf eine Umstellung der Doppel drängte. Das war zwar knapp gewesen aber erfolgreich, denn nach den Doppeln stand es 3:0 für uns und wir schlugen Rettigheim mit 9:2. Die beste Nachricht aber war die erstaunlich schnelle Annäherung Schneiders an seine alte Form. Sein Rücken schien zu halten.

Edingen blieb konstant stark, woraufhin Kolb den Brühlern am 31.01. beim 9:2 Auswärtserfolg erklärte, dass Edingen verdient Meister werden würde, weil sie zwar nicht unbedingt besser wären aber das ganze ernster nähmen. Edingen hatte nämlich bis dato immer komplett gespielt und erwies sich deshalb als kaum angreifbar. Wovon wir an diesem Abend natürlich überhaupt keine Ahnung hatten, war, dass just in diesem Moment Edingen eine schwere Niederlage in Ketsch hinnehmen musste und damit Plankstadt wieder ins Rennen um die Meisterschaft hievte. Erstmals hatte Hoffmann gefehlt und Edingen erlebte in Ketsch mit 3:9 ein Armageddon.

Bereits im nächsten Spiel gegen Neuenheim patzte Edingen erneut. Nur ein mageres 8:8 sprang bei einer mittelmäßigen Mannschaft heraus und Edingen schien mental angeknackst.

Wir machten unsere Hausaufgaben bis die wichtigen Wochen anstanden. Sie begannen bei einem Besuch der Edingen- Bezwinger Ketsch. Mit einem klaren Erfolg wollte Plankstadt vor dem direkten Aufeinandertreffen ein Zeichen der Stärke nach Edingen senden. Doch es kam anders. Köster und Kolb konnten in der Mitte keinen einzigen Zähler erringen. Treiber und von Hein glichen mit vier Punkten hinten diese Schwäche wieder aus und auch Weick blieb unbesiegt, das bisher ungeschlagene Doppel Weick/ Kolb hatte bei 8:7 die Chance auf beide Zähler, versagte aber erstmals. Mit 8:8 und hängenden Köpfen verließen wir die Enderle- Gemeinde und das Signal an Edingen besagte: auch wir sind schlagbar.

So trafen wir denn in eigener Halle auf den Tabellenführer, mit einem Sieg konnte jede Mannschaft die Vorentscheidung erringen, ein Sieg jedoch blieb aus. Diesmal konnten Weick und Köster kein Einzel beitragen, Kolb und Braunbart punkteten doppelt, Treiber gewann gegen Ciupke, sein knappes Match gegen Metz bleibt unvergessen, Schneider siegte gegen Pfründer, auch diesmal waren Weick/ Kolb gefragt, auch diesmal blieben sie blass, nächster „Matchball“ vergeben, wieder 8:8.

Jetzt war es klar, jeder mit vier Verlustpunkten, das Spielverhältnis musste entscheiden. Also ran an die Partie gegen Oftersheim und die Gäste traten mit einer Rumpfmannschaft an. Trotz einer Doppelumstellung gerieten wir in Not, denn Weick/ Kolb unterlagen auch Pisczor/ Wehres und Pisczor blieb auch in den Einzeln unbesiegt, am Ende nur ein 9:4 gegen eine stark geschwächte Oftersheimer Truppe. Dieses Ergebnis wirft uns nicht zurück, bringt uns aber auch nicht entscheidend weiter, die Ungewissheit bleibt, schon wieder ein Matchball vergeben, das schlägt langsam aufs Gemüt.

Auch das folgende 9:5 gegen St. Ilgen läuft unter so lala, da aber auch Edingen in den letzten Spielen nicht perfekt agierte bleibt die Hoffnung auf den letzten, auf den zweifellos alles entscheidenden Doppelspieltag. Dielheim und Hockenheim heißen die Gegner und wir dürfen vier Spiele abgeben, um sicher Meister zu werden, andernfalls wird das Satzverhältnis herangezogen.

Gegen Dielheim hat man ja noch ein Hühnchen zu rupfen und oh ja – die Gäste erscheinen komplett. Plankstadt ist in seiner Kompaktheit überlegen, das Spiel bezieht seine besondere Spannung aus dem „hoch- gewinnen – müssens“. Schneider/ Braunbart und Köster/ Treiber sind in ihren jeweiligen Doppeln in Rückstand, drehen jedoch die Partien und machen die 3:0 Führung klar. Auch Schneider siegt in fünf Sätzen und Köster ist der Einzige, der einen Zähler abgibt. Mit 9.1 wird Dielheim nach Hause geschickt, endlich ein gutes Ergebnis, das uns hoffen lässt.

Am nächsten Tag in Hockenheim liegen die Nerven blank, Dielheim war nur ein blasser Vorgeschmack auf das, was hier auf uns zukommt. Es ist nicht der Gegner, der stärker wäre als erwartet, es ist die Angst vor der eigenen Courage, das Wissen, dass jeder Fehler einer zu viel sein kann. Mit 2:1 kommen wir aus den Doppeln, das ist okay aber auch nicht mehr. Die grausamen Fünfsatzspiele beginnen, Schneider gegen Bornemann, nach 0:2 doch noch der Erfolg für unseren Taktikspezialisten, Kolb gegen Büschner, nach 1:2 Rückstand überwindet Kolb sich selbst und den Gegner.  Köster verliert sein erstes Einzel. Derweil muss Treiber, der nur Doppel gespielt hat das Geschehen mit ratloser Ungewissheit verlassen. Dann kommt von Hein, der gegen Lederle das Spiel bestimmt, zunächst trifft er kaum und auch er gerät mit 1:2 in Rückstand, dann aber kommt er um so gewaltiger zurück, fegt Lederle vom Tisch und besorgt das 6:2. Es wird etwas ruhiger, Braunbart schlägt Brandenburger, Weick besiegt Bornemann und Schneider schließt zum 9:2 gegen Rausch ab. Und dann ist es soweit, jeder liegt jedem in den Armen,  ist völlig fertig und der Druck eines ganzen Jahres fällt von uns ab, der Druck des Favoriten, der Druck vergebener Matchbälle, der Druck des eigenen Anspruchs, nur Charly sucht vom Parkplatz aus mit einem Kasten Bier im Arm den richtigen Halleneingang und findet ihn naja etwas spät.

Charly musste in der zweiten Hälfte der Rückserie Federn lassen und schließt mit 14:6 ab. Thomas schafft mit 10:9 eine knapp positive Bilanz, Andreas spielt vorne 2:2, auf der Mitte 7:8, Markus startet mit 5:5, spielt danach 8:0, also insgesamt 13:5, Heiko 2:0 in der Mitte und hinten 8:1, verliert nur gegen Metz und Tom schafft das 12:0, unglaublich, 100%. Stammersatz von Hein kommt auf 5:0.

Die Meisterschaft gründet sich auf ein immens starkes hinteres Paarkreuz, egal wer hinten angetreten ist. Dazu kommt ein starker Einser und insgesamt fünf fast gleichstarke Leute. Abgerundet wird das Ganze mit potentiellen Ersatzspielern. Am Ende war jeder Punkt wichtig, denn es waren zwei Spiele – zwei Spiele über ein ganzes Jahr gesehen – das ist nichts. Aber es ist so wie bei anderen Sportarten, zwei Hundertstel, zwei Zentimeter und diesmal eben zwei Spiele. Trotzdem ist der Erfolg verdient, immerhin mussten wir über fast die gesamte Hinserie auf Schneider verzichten und sogar diesen Malus konnten wir ausgleichen, nun ja, etwas mehr als ausgleichen.

Unser Dank geht an die Fans, die uns auf einigen Stationen dieser Odyssee begleitet haben und immer eine klatschende Hand (oder auch zwei) für uns bereithielten.

Wer uns auch nächstes Jahr die Treue hält, darf gesteigertes Niveau bewundern, denn dann spielen wir… Bezirksklasse!

Von |2015-04-15T10:01:38+00:00Mi., 15.04.2015 |Berichte, Runde 2014/15|